"Wort zur Woche" vom 9. Juni 2018

   Pfarrer Vitus Schludermann

Farbe bekennen
Jetzt sieht man sie wieder, die verschiedenen Fähnchen, Wimpel und Spiegelüberzieher an den Autos. Sie verraten mir, welcher Mannschaft der oder die Fahrerin bei der anstehenden Fußball WM die Daumen drückt. Somit bekennt er oder sie Farbe, positioniert sich; für jeden sichtbar.
So ähnlich stelle ich es mir vor zu meinem Glauben zu stehen und ihn zu leben. Ich hefte mir, um im Bild zu bleiben, ein Fähnchen, ein Wimpel oder einen Überzieher an und werde somit von anderen erkannt.

Ich weiß aber auch, dass es Mut kostet, zu seinem Glauben zu stehen. Denn das bedeutet ja auch seine eigene Schwäche einzugestehen. Wer sich zu Gott bekennt, gibt zu, dass er nicht alles allein machen kann. Der gibt zu, dass er sich einem anderen verdankt. Wer an Gott glaubt, macht sich angreifbar: Man könnte ja falsch liegen, Gott „beweisen“ ist schwierig. Gelebter Glaube an Gott ist auch risikoreich. Denn mit der viel besungenen Nächstenliebe unter Christen klappt es auch nicht immer hundertprozentig.
Nicht jede Mannschaft kann Weltmeister werden und dennoch bekennen Menschen für ihr Team Farbe. Warum nicht auch für unseren Glauben Farbe bekennen. Sich als glaubender Mensch erkennbar zu machen, macht kräftig. Und es macht mein Leben reicher: Ich kann in der Welt überall etwas Glanz und Glitzer von Gottes Gegenwart erkennen – auch oder gerade da, wo es auf den ersten Blick nur schwach, grau oder uncool aussieht.