Es kommt auf die Hundert an !

Babucke
Bildrechte: Fotostudio Denk Günzburg

Berufsfeuerwehr: Der Feuerwehrkommandant – die eine Hand in der Hosentasche, die andere Hand umklammert die Tasse Kaffee – schlurft in die Wache und sagt: „Hallo Jungs, wir machen uns schön langsam fertig – das Finanzamt brennt.“ 

Was wäre, wenn die Feuerwehr einen Unterschied machen würde zwischen Gebäuden, die es verdienen gerettet zu werden und welchen, die es nicht verdienen? 

Was wäre, wenn Gott einen Unterschied machen würde zwischen Menschen, die es verdienen gerettet zu werden und welchen, die es nicht verdienen?

Stellen Sie sich ein kleines süßen Lamm vor. So habe ich mir immer das Schaf vorgestellt, das der gute Hirte rettet, als er die 99 allein lässt. Klein, süß, kuschelig weiß. Ein kleines süßes Schäfchen rettet der Heiland.

Was wäre aber, wenn das Schaf groß, alt, dick und hässlich wäre, oder noch schlimmer: gemein, fies und ein Lästermaul.

Darf die Feuerwehr unterscheiden, welche Menschen sie rettet und welche nicht? Gott sei Dank, die Feuerwehr rettet auch Leute, die ihr eigenes Haus angezündet haben, die Feuerwehr rettet auch Unfallverursacher, die Feuerwehr rettet auch die Brandstifter. Die Feuerwehr darf keinen Unterschied machen. Die Feuerwehr dient unserer Gemeinschaft. Gut, dass die Feuerwehrleute auch die Kirche löschen würden, auch wenn sie die Kirche oder den Pfarrer nicht mögen. Gut, dass die Feuerwehr auch die Moschee löscht, auch wenn jemand die Moslems nicht mag. Die Feuerwehr darf keinen Unterschied machen. Gut, dass die Feuerwehrleute auch das Auto löschen würden von dem, der sich damit umbringen will – und selbst wenn er damit in Kauf genommen hatte, andere mit in den Tod zu nehmen. Die Feuerwehr setzt für gute und schlimme Leute ihr Leben ein. Die Feuerwehr darf nicht fragen: Mag ich die Leute, die ich rette? Die Feuerwehr setzt ihr Leben für alle ein. Gott sei Dank! Und genauso tun es die Ärzte und Pfleger, die sich für die Kranken einsetzen, ob mit Corona oder mit Herzinfarkt.

Genauso will Gott keinen Unterschied machen zwischen Menschen, die es verdienen gerettet zu werden und zwischen Menschen, die es nicht verdienen. Gott setzt auch für schlimme Leute sein Leben ein. Jesus verlässt auch seine Herde für einäugige, gemeine Banditen-Schafe, die die ganze Herde tyrannisieren. Alle Menschen sollen glücklich werden. Allen Menschen soll geholfen werden. Darauf kommt es an. 

Und wenn ich einen Unterschied machen würde zwischen Menschen, die ich mag und die ich nicht mag, dann würde ich es nicht verdienen, ihr Pfarrer zu sein. Alle Menschen verdienen eine gleiche Behandlung. Sonst hätte Gott sie nicht geschaffen. Deswegen bin ich froh, dass wir wissen: Wenn es um Menschen geht, dann sind wir verpflichtet, sie zu retten oder ihnen zu helfen. 

Wir dürfen nicht wegschauen. Wir dürfen nicht sagen, das Feuer ist zu klein, da kommen wir nicht. Wir dürfen nicht glauben: Auf mich kommt es nicht an. 

Es kommt auf uns alle an. Das sagt und Jesus. Es kommt nicht nur auf 99 an, sondern auf 100.