"Papa, ich habe Angst, dass ein Fuchs kommt!"

Wort zum Sonntag

 

Liebe Leserin, lieber Leser!

"Papa, ich habe Angst, dass ein Fuchs kommt!" - Mit dieser Angst kam eines unserer Kinder mit drei Jahren immer wieder einmal zu mir. "Papa, ich habe Angst ..." - Wie lange ist es her, dass wir so oder ähnlich zu unseren Eltern gegangen sind. Nur gut, dass wir als Erwachsene keine Ängste mehr haben! Oder doch?

"Papa, ich habe Angst!" - Vielleicht kennen Sie das aber auch nur zu gut und würden es am liebsten heraus schreien: "Ich habe Angst!"  - Aber nein, das macht man doch nicht. Nur keine Schwäche zeigen! Was denken dann die anderen von mir?

Und innerlich sehnen wir uns danach, dass uns jemand in den Arm nimmt und sagt: "Du, Füchse leben im Wald. Die haben selbst Angst vor uns Menschen und laufen weg. Du brauchst keine Angst haben. Ich bin da!"

Etwas sehr Ähnliches drückt ein Bibelvers aus dem Propheten Jesaja aus. Da heißt es: "Fürchte dich nicht - Hab´ keine Angst, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!" (Jes. 43, 1) Und drei Verse später heißt es noch: "Du bist in meinen Augen so wert geachtet und auch herrlich und ich habe dich lieb!"

"Fürchte dich nicht! Hab´ keine Angst!" - So tröstet Gott seine Leute. Er sieht uns in unseren Ängsten und kennt unsere Sehnsucht nach Trost. Darum wendet er sich uns zu und erklärt uns, warum wir keine Angst haben brauchen:

"Du brauchst keine Angst haben, weil ich dich erlöst habe!" - In seinem Sohn Jesus Christus hat Gott uns erlöst; auch von unserer Angst. Jesus selbst hat einmal gesagt: "In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt mit ihrer Angst überwunden." (Joh. 16, 33) Jesus ist größer als unsere Angst. Er hat sie am Kreuz besiegt. Dessen dürfen wir uns gewiss sein!

"Du brauchst keine Angst haben, weil ich dich lieb habe!" - Gottes Trostwort ist die reinste Liebeserklärung. Ja, er sagt wörtlich: "Ich liebe dich! Du bist in meinen Augen wertvoll! Ich bin bei dir!" Vielleicht erstaunt Sie das, wie liebevoll und persönlich unser Vater im Himmel hier wird. Aber das ist sein Wesen, das sich wie ein roter Faden durch die Bibel zieht: "Gott ist die Liebe!" (1. Joh. 4, 16) ER hat wirklich jeden einzelnen im Blick und nennt uns beim Namen. Ihm sind unsere Ängste nicht egal!

Ob es die Angst vor der eigenen Zukunft ist oder die Angst um unsere Kinder, ob es Ängste sind, die mit unserer Gesundheit zusammen hängen oder mit anderen Menschen - wir dürfen sie im Gebet zu Gott bringen. Trauen wir es ihm zu, dass er unsere Angst in Mut und Vertrauen verwandeln kann und will! Die niederländische Christin Corrie ten Boom, die zur Zeit des Nationalsozialismus viele Juden vor dem Holocaust gerettet hat, hat einmal sehr passend formuliert: "Mut ist Angst, die gebetet hat!" Sie wusste, wovon sie redet.

Ich wünsche Ihnen eine mutige Woche, Ihr Pfarrer Sebastian Strunk