Wort zum Sonntag - Zeichen der Hoffnung

Liebe Leserinnen und Leser!

Als ich vor kurzem in einem  Zimmer der Kinderstation stand, fiel mein Blick auf ein Bild, das am Fußende eines Bettchens aufgehängt war. Darauf zu sehen war ein großer bunter Regenbogen, der das ganze Blatt ausfüllte. Und daneben standen die Worte: „Alles wird gut! Dein Bruder“. Auf dieses Bild angesprochen, erklärte der Vater, dass es sein älterer Sohn gemalt hat, als die Kinder angesichts der Krise aufgerufen wurden, einen Regenbogen zu malen. Von dieser Regenbogenaktion habe ich gelesen. Ich habe mitbekommen, dass diese Idee aus Italien stammt und sich in sämtlichen Ländern verbreitet hat. Und dennoch: Es berührt mich nochmal auf ganz andere Weise, dass dieses Bild an einem Bettchen auf der Kinderstation hängt. Denn mir ist klar, es geht hier um weit mehr als um die Umsetzung der Idee eines Erwachsenen. Das, was das Kind aufs Papier gebracht hat, spiegelt vor allem etwas von seiner  Hoffnung wider, dass alles gut wird, wenn seine kleine Schwester nach Hause kommt. 

Der Regenbogen – ein Zeichen der Hoffnung. Einer Hoffnung, die ihren tiefen Grund hat in dem Bund, den Gott mit den Menschen geschlossen hat. Der Regenbogen erinnert an Noah und den Bund, den Gott mit ihm nach der Sintflut schloss und der der ganzen Erde gilt. Ihr, und damit uns allen, wird zugesagt: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“  Dies war nicht der einzige Bund, den Gott mit den Menschen geschlossen hat. Es gab den Bund mit Abraham, der dieser ganzen Welt zum Segen werden sollte. Und den Bund mit David und seinem Könighaus, aus dem eines Tages der ganz andere König kommen sollte, der zur Rettung der Welt geboren ist. Und schließlich gab es den neuen Bund, der keine steinernen Gesetzestafeln mehr braucht, weil die Weisungen ins Herz geschrieben sind. Worte, die uns vor Augen halten, dass Gott zu uns hält und mit uns geht. Am kommenden Sonntag wird von diesem neuen Bund die Rede sein. Was für eine Chance, gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit davon zu hören, dass Gott uns zur Seite steht und uns inmitten aller Unsicherheit den Weg weist!

Eine gesegnete Zeit zwischen Himmelfahrt

und Pfingsten wünscht Ihnen

 

Ihre Pfarrerin Jutta Schröppel