Gotteskind

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Tirza Walther
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Fromm genug?

Keine bedrängende Frage

Bin ich fromm genug? - Diese Frage ist „verrückt“!
Bei dieser Frage steht nämlich das Ich im Mittelpunkt, wo doch
Jesus im Mittelpunkt meines Lebens stehen soll, mein Herr und Erlöser.
So naheliegend die Frage ist – der Fokus ist verrückt, von Jesus weg auf mich hin.

Wie war das, als Jesus Menschen zu seinen Schülern gemacht hat? Folge mir nach!
Manche haben sich auf diese Aufforderung eingelassen und sind ihm gefolgt.
Sie waren dann mit Jesus unterwegs, um bei ihm und von ihm zu lernen.
Der Blick war auf Jesus gerichtet. Dabei war es kein Problem, dass sie noch nicht
alles verstanden oder geschafft haben (Beispiel: „Wachet und betet!“).
Sie waren die Lernenden!

Dem entsprechend ist die entscheidende Frage für die Christen heute:
„Bin ich ein Schüler Jesu?“ - und nicht: „Bin ich fromm genug?“

Nach dem Verständnis des Neuen Testaments eröffnet Jesus den Zugang zum
himmlischen Vater. Ein Mensch kann durch Jesus ein Kind Gottes werden.
Er ist es nicht ohne Jesus. Da wird Druck rausgenommen: Ich bin ein Kind Gottes!
Ich bin mit Jesus verbunden, alles ist gut!
Es gibt keine bedrängende Frage nach der Frömmigkeit mehr.

Für mich als Pfarrer ist es wichtig, dass ich nicht auf die Kanzel gehe,
ohne vorher Gottes Wort für mich selbst gehört zu haben.
Ich gehe auch nicht auf die Kanzel, ohne mit Jesus in Kontakt und mit ihm
im Reinen zu sein. Was für eine Freude, was für ein Glück, dass ich mit ihm verbunden bin!

Pfarrer Fritz Thum